Kaseya erhält das Entschlüsselungstool REvil
Das Netzwerkdienstleistungsunternehmen Kaseya hat nach dem Lieferkettenangriff, der bei vielen Kunden von Kaseya Ransomware-Probleme verursachte, ein Entschlüsselungstool für Systeme erhalten, die mit der REvil-Ransomware verschlüsselt wurden.
Der Angriff der REvil-Gruppe auf Kaseya und nachgelagerte Kunden des Unternehmens fand in den ersten Tagen des Juni 2021 statt. Der ursprüngliche Angriff nutzte drei verschiedene Zero-Day-Schwachstellen aus, die alle seither gepatcht wurden. Kunden wurden über den Angriff an mehreren Orten informiert und Kaseya hat seine VSA-Server vorsorglich abgeschaltet, um die mögliche weitere Verbreitung der REvil-Ransomware zu begrenzen.
Bei dem Angriff handelte es sich um einen von infosec als "Supply-Chain-Angriff" bezeichneten Angriff, bei dem ein Dienstleister betroffen ist und durch ihn weitere nachgelagerte Clients, die die Dienste des Anbieters nutzen.
Es gibt keine konkreten Informationen darüber, ob Kaseya Lösegeld gezahlt hat oder nicht. Bekannt ist, dass die ursprüngliche Lösegeldforderung in Höhe von 70 Millionen US-Dollar laut Threatpost später auf 50 Millionen US-Dollar abgeschwächt wurde.
Was Kaseya in einer Mitteilung vom 22. Juli bestätigt hat, ist, dass das Unternehmen ein Entschlüsselungstool „von einem Drittanbieter“ erhalten hat und mehrere Teams aktiv mit mehreren Kunden zusammenarbeiten, die in den Ransomware-Angriff verwickelt waren.
Es wurde bereits bestätigt, dass das Tool wie erwartet funktioniert und die Dateien der Opfer entschlüsselt.
Sicherheitsforscher, die das Geschehen überwachen, gehen davon aus, dass eine Lösegeldzahlung erfolgt sein könnte, da das Auftauchen eines universellen Entschlüsselungsschlüssels, der für alle Opfer des Angriffs funktioniert, etwas ungewöhnlich ist. Es gibt jedoch keine Beweise oder offizielle Bestätigung dafür, dass das Lösegeld wirklich gezahlt wurde, und die Forscher glauben, dass selbst wenn dies der Fall ist, die Lösegeldsumme wahrscheinlich weiter unter den oben genannten 50 Millionen US-Dollar ausgehandelt wurde.
Andere Sicherheitsforscher sagten, dass die Bedeutung des Entschlüsselers zwar nicht heruntergespielt oder als etwas Unbedeutendes abgetan werden sollte, es jedoch immer noch das Problem des Wiederaufbaus aller betroffenen Systeme und Netzwerke und die Frage der potenziell exfiltrierten Informationen gebe.





